Alle angelegten Teilprojekte haben den Anspruch auf kurzfristige, unkomplizierte und erfolgreiche Übertragbarkeit auf vergleichbare Gesundheitsregionen wie in den folgenden Beschreibungen deutlich wird. Es entsteht ein „Bauplan“ für eine regionale, integrierte, medizinische Vollversorgung am Beispiel psychischer Erkrankungen. Cluster-Bildung wird die zentrale Aufgabenstellung und das gleichzeitige Erfolgsverständnis über die reine medizinische Versorgung hinaus. Transdisziplinäre Cluster-Bildung fordert Regionalität, doch zwischen den Beteiligten mit ihren je unterschiedlichen Perspektiven und Interessenslagen muss zunächst ein konstruktiver Dialog initiiert werden. Die Projektstruktur bietet dazu eine geeignete und Erfolg versprechende, übertragbare Plattform.
Der im Teilprojekt I beschriebene „integrative Pfad“ für psychische Gesundheit wird stufenweise zu einem Kompendium weiterentwickelt, das anderen Gesundheitsregionen als „Arbeitsbuch“ und Handlungsleitfaden dienen kann.
Auch die deutliche Stärkung des Regionalprinzips ist auf jeden Fall auf andere Regionen übertragbar und anwendbar. Regionales Fallmanagement für psychische Erkrankungen beschreibt u.a. nur die interdisziplinären und sektorenübergreifenden Wege, die ein Patient im Verlauf der Erkrankung beschreiten muss. Psychische Erkrankungen werden ein regionales Thema bleiben und können nicht, wie der zunehmende Trend zur „Großstadtmedizin“ zeigt, so einfach übertragen werden.
Medizinische Entscheidungsunterstützung – medical decision support
Nach abgeschlossener Einführungs- und Testphase kann die Konzeption (Teilprojekt III) auch für andere Indikationen transferiert und deutschlandweit ausgerollt werden. Ein entscheidender Vorteil des Informationssystems, basierend auf der Medizinischen Expertendatenbank für Ärzte und der damit verbundenen Gesundheitsakte für Patienten, besteht darin, dass es auch bei noch nicht vernetzten Versorgungsstrukturen hilft, eine Interaktion über die elektronische Gesundheitsakte der Patienten zu ermöglichen. Die Datenschnittstelle „DS-SQLAB“ in Verbindung mit der grafischen Dokumentationsoberfläche VisioDok ermöglicht es allen Ärzten transsektoral ohne Wechsel ihres bisher eingesetzten PVS (Praxisverwaltungssystems) oder KIS (Krankenhausinformationssystem) alle Möglichkeiten der Medizinischen Expertendatenbank zu nutzen.
Evidenzbasierte Versorgungsforschung und Nutzerorientierung. Die durch den Forschungsansatz generierten Erkenntnisse sind im Wesentlichen alle übertragbar auf andere Regionen im Bundesgebiet. So spiegelt gerade die Akzeptanzforschung- und Adhärenz-Förderung, wie sich Versicherte und Ärzte grundsätzlich gegenüber technischen Neuerungen und organisatorischen Veränderungen im Gesundheitssystem postitionieren. Daraus abgeleitete Empfehlungen für die Region sind mit kleinen Einschränkungen generalisierbar und ableitbar.
Darüber hinaus liefert die Versorgungsforschung mit dem Realisierungspotenzial einer Leitlinie zur Depression Ergebnisse, die den Erfolg aller initiierten Maßnahmen rechtfertigen können. Damit werden Erfolgsfaktoren identifiziert, die zur Verbesserung der Versorgung in der jeweiligen Fokusindikation führen. Auch diese sind auf andere Regionen übertragbar.
Profilbildung in der Region. Durch Forschungsberichte, Tagungsbände und Ergebniskontrollen werden Erkenntnisse aus der Gesundheitsforschung veröffentlicht. Hierdurch und in Verbindung mit der Gesundheitsakademie werden Beiträge geleistet, die zur Profilbildung der Gesundheitsregion führen und grundsätzlich auf deutsche Verhältnisse übertragen werden können.

